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gesegnet
das dunkel und die nacht
der grund der abgrund
und die niederungen
ehre sei gott in der höhe
am boden angelangt
zu grunde gegangen
ersehne ich
das wunder jener heilgen nacht
menschwerde dich o gott in mir
Gesegnete friedvolle Weihnachten!Vesele Božične praznike!
Herbstlaub modert an feuchter Erde, meine Schritte sinken weich und der Geruch von Vergänglichkeit kriecht unter meine Haut, fährt in die Knochen.
"Most beautiful sound next to silence" lautet der Anspruch eines deutschen Musiklabels für Jazz&zeitgenössische Musik, das Feinstes für die Ohren herausgebracht hat, unter anderem mit Arvo Pärt, Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble.
Allerheiligen. Zärtliches Erinnern an die Ahnen. Mit dem Herzensohr darüber hinaus: Ein Ahnen hin zum "most beautiful sound next to silence".
Stift Viktring bei Klagenfurt – in der St. Bernhard-Kapelle gibt es einen Grabstein mit folgender Inschrift auf lateinisch, wobei die deutsche Übersetzung gut leserlich auf transparentem Plexiglas an der Seitenwand angebracht ist: "Der hochzuverehrende Herr Wilhelm Malle, 46.Abt von Viktring, erwählt 1657 am 26.April. Segensreich übte er aus seine Führung 33 Jahre, 10 Monate und 11 Tage, hier ruht, wie er es wollte als Lebender,wert der Verehrung, Wilhelm der Abt, der erste mit diesem Namen; Leicht schien er der erste, es gab keinen zweiten, der dem gesunkenen Kloster so vieles hinzugab; Viele Jahre hindurch lag Viktring zu Bodern,Wie besiegt, war es siegreich doch wieder, als dieser Ihm vorstand; drum Viktring, spende den Beifall Deinem siegreichen Schützer: so verkünde denn laut ihn: Mögen drum Dir die Götter ein ewiges Leben bescheren!"
Vergnügt schmecke ich diesen Worten nach: Dieser überraschende Plural aus dem Hinterhalt – die Götter! Die Götter mögen ihm ewiges Leben bescheren. Und das einem römisch-katholischen Abt. Ach, in der unendlichen Weite Gottes sind auch "die Götter" gut aufgehoben. Nur wir Ebenbilder dieses Gottes tun uns mit der Ökumene gar so schwer.
Das Eingangstor zur Stadtpfarrkirche St. Magdalena in Völkermarkt fasziniert mich: Zwischen den beiden Zeichen Alpha und Omega glüht das Feuerrot wie flüssiges Glas. Als ich dieses Bild fotografieren will, lehnt die Tür offen und das gleißende Licht an der Schwelle des Spätsommers wälzt sich in den Kirchenraum.
Langsam setze ich Fuß vor Fuß und Schritt vor Schritt ins Tor aus Licht, bis mich die Sonne umarmt.
Die Stadtpfarrkirche St. Magdalena in Völkermarkt. Im rechten Seitenschiff an der Wand entdecke ich ein Jesuskind ohne Kopf, das von einer Marienfigur? im Arm getragen wird. An jener Stelle, wo einst der Kopf gewesen sein muss, ragt noch ein Stift heraus.
Das Unvollkommene und schmerzhaft Fehlende hält den Raum meiner Sehnsucht offen.
Gut so.
Noch immer die Kapuzinerkirche in Gmunden in Oberösterreich.
Ich entsinne mich, Aufrufe zu Putz-Trupp-Aktionen in Kirchen ausnahmslos frauenkonzipiert gelesen zu haben. Endlich, denke ich mir erleichtert, als mein Blick auf den Schaukasten mit den Pfarrnachrichten fällt - endlich hält geschlechterfaires Denken Einzug in unsere Köpfe und auch in Männer wird nun offiziell das Vertrauen gesetzt, mit Einfühlungsvermögen und Kompetenz technische Utensilien wie Putztuch, Staubsauger& Co. angemessen handhaben zu können – zur Ehre Gottes. Und jener all ihrer Geschlechtsgenossen.
Kapuzinerkirche in Gmunden
Urlaubszeit und eine Reise nach Gmunden in Oberösterreich. Staunend stehe ich vor einem Schild an der Kapuzinerkirche:
"Es wird höfl. ersucht, in der Kirche nicht auszuspucken."
Und ich gestehe, dass mich seither die Frage nicht mehr loslässt, welch seltsamen Gebetsrituale den Oberösterreichern wohl zu eigen sein mögen...?
Ein österlicher Text von Martin Gutl - eine Aufforderung für uns Christen in Zeiten der Wirtschaftskrise?
Auferstehung
Wir werden vor Türen stehen,
die sich von innen öffnen
Die daran glauben, haben einen festen Schritt
Sie teilen mitten unter Geizigen
Sie danken mitten unter Undankbaren
Sie hungern mitten unter Satten
Sie gehen mit einfachem Licht
durch siebenfache Finsternis
Sie leben wie die Lilien auf dem Feld
Und wie die Vögel des Himmels
Sie tanzen durch die Reihen der ewig Ernsten
Martin Gutl
entnommen aus:
Der tanzende Hiob. Styria Verlag Graz.
Im Esterhazy-Park in Wien-Mariahilf hat der Verein Haus des Meeres den ehemaligen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg gemietet: http://www.haus-des-meeres.at In diesem Haus gibt es für Schmetterlinge ein eigenes Terrarium mit einer sogenannten Puppenstube: Wie aufgefädelt auf trockenen Ästen hängen reihenwiese die scheinbar toten Kokons leicht schaukelnd in der warmen Luft des Terrariums. "Da täglich mehrere dieser Tiere schlüpfen, kann man auch das Glück haben, beim Schlupf eines so wunderschönen Schmetterlings live dabei zu sein" lockt das Haus des Meeres die Besucher, vor den Glaskästen dieser Puppenstube zu verweilen. Und tatsächlich, es geschieht: Ein einzelner dieser Kokons scheint sich zu strecken, schaukelt unrhythmisch und heftiger, ein Zucken und Pulsieren im Inneren – da, ein Riss in der Hülle und die trockene, starre Haut platzt wie eine Naht auf - im Gegenlicht sehe ich, wie hauchdünn und durchscheinend diese papierene Hülle doch ist, und da stoßen schon Fühler und Beinchen durch, der Schmetterling gebärt sich ans Licht – und hängt schließlich als noch zusammengefaltete zarte Blüte am leerem Kokon!
Ein Schmetterling ist geschlüpft. Metamorphose.
Ein österliches Bild: Das Grab ist leer.
Die Hoffnung: Dass auch wir erweckt und verwandelt werden, aus starren Hüllen und verbrauchten Häuten schlüpfen.
Alleluja, Jesus Christus lebt.
Blagoslovljene velikonočne praznike!
Ein bemerkenswerter Film von Emmanuel François-Sappey im ORF "kreuz&quer", der nach den jüngsten Entgleisungen - pardon, Entscheidungen im Vatikan kaum beachtet worden ist: "Yoni Jesner, ein jüdischer Student, stirbt bei einem Bombenanschlag auf einen israelischen Bus. Als Zeichen der Versöhnung gibt die Familie den Körper des Verstorbenen zur Organspende frei und rettet damit das Leben eines palästinensischen Mädchens."
http://religion.orf.at/projekt03/tvradio/kreuz/kq090120_nahost_fr.htm
Das indianische Sprichwort In den Mokassins eines anderen gehen verstärkt sich zu Mit den Nieren eines anderen atmen.
Jenseits des Hasses. Widerstand formiert sich in der Kirche, weil es an Herz und Nieren geht.
Bewegte Zeiten fordern Bewegung und die Lungen wollen gut gelüftet werden: Ruach, Atem Gottes, komm!
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geboren 1966, zuhause im Gailtal/Ziljska dolina, lebt in klagenfurt. absolventin des theologischen fernkurses und des kurses für theol. erwachsenenbildung. studium der pädagogik und psychologie an der uni klagenfurt. arbeitet auf materialien wie jute, kork, vlieseline, leinwand und leinen, handgeschöpften papieren und rindenhaut sowie glas, mit diversen mischtechniken wie eitempera, pigmenten, öl- und pastellkreiden, kohle und acryl. schreibt gedichte seit ihrer jugend.
Viktringer Ring 26
9020 Klagenfurt/Celovec,
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